Allergie-, Asthma- und Anaphylaxiezentrum

Spezialisiert auf allergologische Erkrankungen

Corona-Virus und Pollenallergie

Haben Personen mit einer allergischen Rhinitis durch Pollen (Heuschnupfen) ein höheres Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren oder zu erkranken? Die Antwort lautet NEIN (aktueller Wissenstand)!

Hierzu im Folgenden eine Stellungnahme des Vorsitzenden der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann, vom 13.03.2020:

Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr, sie sind nicht „immun-geschwächt“ und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal. Pollenallergiker haben eine verstärkte immunologische Reaktion auf die in der Luft fliegenden Pollen. Sie bilden Antikörper gegen Allergene der Pollen, die in der Haut durch einen Allergietest oder im Blut nachweisbar sind. Dies ist kein Zeichen für eine geschwächte immunologische Abwehr. In der gegenwärtigen Situation der sich ausbreitenden Pandemie durch das Corona-Virus sollten Pollenallergiker die gleichen Medikamente zur Behandlung des Heuschnupfens anwenden, die sie bisher genutzt haben. 

Personen, die eine Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Spritzen (subkutane Immuntherapie), Tabletten oder Tropfen (sublinguale Immuntherapie) erhalten, können diese Therapie weiter ohne Probleme durchführen und sollten diese nicht abbrechen.

Personen mit einem allergischen Asthma durch Pollen haben ebenso kein erhöhtes Risiko für eine Corona-Virus Infektion. Sie sollten ebenfalls die ärztlich empfohlene Therapie für das Asthma unverändert fortsetzen und bedürfen keiner Änderung ihrer Medikamente.

Personen mit einem Schweren Asthma, die in der Regel Kortison und ein oder zwei langwirkende 
„Bronchialerweiterer“ (z.B. Formoterol und Tiotropium) regelmäßig inhalieren, sollten ebenso ihre Medikamente weiter regelmäßig benutzen. Dabei ist es immer sinnvoll, wenn diese Personen noch einmal prüfen, ob sie ihre Medikamente richtig inhalieren; das Lesen des Beipackzettels, ein Nachfragen in der Apotheke oder – noch besser – das Zeigen einer Inhalation beim Arzt sind die besten Möglichkeiten zur Kontrolle der richtigen Anwendung.
 

Die zugehörige Pressemitteilung finden Sie auf der Webseite der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst.

 

Allergische Erkrankungen können viele Organe betreffen. Im Severinsklösterchen sind wir deshalb auf eine Vielzahl von allergischen Erkrankungen spezialisiert und kooperieren mit allen Abteilungen unserer Klinik sowie den niedergelassenen Kollegen, um für unsere Patienten eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

  • Medikamentenallergien

    Medikamentenallergien, zum Beispiel auf Schmerzmittel, Lokalanästhetika oder Antibiotika bedürfen einer sorgfältigen allergologischen Diagnostik. Oftmals reicht es jedoch nicht aus, die Allergie zu diagnostizieren. In diesem Fall suchen wir gemeinsam mit Ihnen nach möglichen gut verträglichen Medikamenten als Alternative. Wenn diese Medikamente zu derselben Wirkstoffgruppe gehören wie das zuvor diagnostizierte Allergen, empfehlen wir zu Ihrer Sicherheit einen stationären Provokationstest. Unter ärztlicher Aufsicht und Monitoring werden hierbei zunächst kleine Mengen des alternativen Medikamentes verabreicht und anschließend bis hin zu der handelsüblichen Menge gesteigert.

  • Bienen-/Wespengiftallergien

    Kommt es nach einem Bienen- oder Wespenstich zu Hautveränderungen am gesamten Körper und/oder Luftnot sowie Kreislaufproblemen bis hin zur Bewusstlosigkeit, dann besteht der Verdacht auf eine Insektengiftallergie. Sie benötigen fortan ein Notfallset und sollten eine sogenannte Hyposensibilisierungsbehandlung (Immuntherapie) machen. Üblicherweise werden zunächst Blut- und Hauttestungen durchgeführt, um anschließend möglichst schnell die Immuntherapie unter stationärer Beobachtung einzuleiten. Dies gewährleistet eine große Sicherheit, um Sie bei einem erneuten Stich zu schützen.

  • Nahrungsmittelallergien

    Nahrungsmittelallergien können vom leichten Kribbeln im Mund bis hin zu schweren Erkrankungen, wie z.B. einer chronischen Entzündung der Speiseröhre (eosinophilen Ösophagitis) oder einer Anaphylaxie mit Hautveränderungen, Luftnot und Kreislaufdysregulation, führen.

    Erwachsene leiden oft unter Pollenkreuzallergien, bei denen die Allergie zunächst nur auf die Polle und dann auf das botanisch verwandte Nahrungsmittel auftritt. Dies zeigt sich beispielsweise bei Birkenpollenallergikern und Apfelunverträglichkeiten. Bei Kindern können hingegen auch primäre Nahrungsmittelallergien – z.B. auf Ei, Kuhmilch und Nüsse – auftreten. 

    Wenn Ihr Allergologe und Sie eine weitere Diagnostik/Beratung bzw. Provokationstestung wünschen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Bitte suchen sie zunächst einen niedergelassenen Allergologen auf.

  • Allergische Rhinitis und allergisches Asthma bronchiale

    Manchmal ist das verursachende Allergen schwer zu finden und/oder es besteht eine schwere inhalative allergische Erkrankung – mit z.B. unkontrolliertem Asthma bronchiale. Wir suchen gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Allergologen nach dem Auslöser und der bestmöglichen Therapie. Wir verfügen über das gesamte diagnostische Spektrum mit Hauttestungen und nasalen Provokationstestungen. Sofern möglich, sollte eine sogenannte sublinguale oder subcutane Hyposensibilisierung (Immuntherapie) durchgeführt werden. Dies kann in der Regel durch einen niedergelassenen Allergologen erfolgen.

  • Heriditäres Angioödem

    Das heriditäre Angioödem (HAE) ist eine seltene genetische Erkrankung, bei der es – ähnlich wie bei einer Allergie – zu Schwellungen kommen kann. Betroffene können diese Schwellungen am gesamten Körper sowie in allen Organen, wie z.B. dem Magen-Darm-Trakt, entwickeln. Im Blut zeigt sich zumeist ein deutlich niedriger Spiegel für das Enzym C1-Esterase-Inhibitor. Daraus ergibt sich eine Fehlsteuerung des Komplementsystems, die bei Betroffenen oft von Kindheit an zu Schwellungsattacken führt. Wenn Ihr Arzt bei Ihnen eine weitere Abklärung für erforderlich hält, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

  • Mastozytose

    Mastozytose ist eine seltene Erkrankung mit einer vermehrten Bildung von sogenannten Mastzellen. Die Erkrankung kann vielgestaltig sein; beispielsweise kann sie sich an der Haut oder bei Insektengiftallergikern durch einen erhöhten Tryptasespiegel im Blut zeigen. Zu Ihrem Schutz vor möglichen Anaphylaxien benötigen sie in diesem Fall ein Notfallset.

    Die meisten erwachsenen Patienten weisen eine aktivierende Punktmutation des Kit-Gens auf (KitD816V), welche mittels Knochenmarkpunktion untersucht werden kann. Die Erkrankung ist in der Regel nicht vererbbar. Wenn Ihr Arzt eine Knochenmarkspunktion ergänzend veranlassen möchte bzw. begleitend aufgetretene Allergien, wie z.B. eine Insektengiftallergie, abgeklärt werden sollen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Pollenmessung im Severinsklösterchen

Eine verstopfte Nase, Juckreiz, tränende Augen und Niesattacken, Asthma bronchiale – das können typische Symptome einer Pollenallergie sein, besser bekannt als Heuschnupfen. Etwa 12 Millionen Deutsche sind laut Robert Koch-Institut betroffen – und das mittlerweile fast ganzjährig. Bei milden Temperaturen fliegen im November noch die letzten Gräser- und Kräuterpollen und ggf. bereits die ersten Haselpollen.

Um „Heuschnupfen-Geplagte“ und Allergologen darüber zu informieren, welche Pollen und Schimmelpilzsporen in Köln in der Luft fliegen, steht auf dem Dach des Severinsklösterchens die erste Kölner Pollenfalle. Diese saugt rund um die Uhr Luft ein, um herauszufinden, welche allergieauslösenden Stoffe sich in der Umgebung befinden.