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Wirbelsäulenchirurgie

Unser Leistungsspektrum zur Behandlung von Rückenschmerzen

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Die Wirbelsäule ist verantwortlich für unseren aufrechten Gang. Durch die hohe Beanspruchung sowie falsche Bewegungsmuster ist sie gleichzeitig aber auch besonders anfällig für Haltungsschäden. Nicht umsonst gelten Rückenschmerzen schon seit Langem als die Volkskrankheit schlechthin. Rund zwei Drittel der Deutschen leiden unter ihnen – die Ursachen sind vielfältig: Bewegungsmangel, Überlastung, Muskelverspannungen, Übergewicht u.v.m. Im schlimmsten Fall werden aus „harmlosen“ Beschwerden im Laufe der Zeit chronische Schmerzen.

Um der Volkskrankheit Rückenschmerzen Rechnung tragen zu können, verfügt das Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen in der Kölner Südstadt seit Oktober 2018 über eine Wirbelsäulenchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Yorck Rommelspacher. Der langjährige Wirbelsäulenspezialist wird durch einen ärztlichen Leiter der Neurochirurgie, Dr. med. André Pascal Schulte unterstützt, sodass alle an der Wirbelsäule tätigen Disziplinen in der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie vertreten sind. 

Die hohe Qualität der Versorgung von Patienten mit Beschwerden rund um die Wirbelsäule wurde der Wirbelsäulenchirurgie im Severinsklösterchen durch die deutsche Wirbelsäulengesellschaft mit dem Zertifikat zum Wirbelsäulenspezialzentrum bescheinigt. 

Auf den folgenden Unterseiten erhalten Sie einen Überblick über das Leistungsspektrum, die behandelnden Ärzte sowie die operative Ausstattung der Wirbelsäulenchirurgie im Severinsklösterchen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, online einen Termin in unserer Klinik zu vereinbaren. Bei weiterführenden Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Weiterführende Informationen erhalten Sie außerdem auf unserer Homepage der Wirbelsäulenchirurgie.

Podcasts zum Thema Rückenschmerzen

Im Podcast "Gesundheit! Die Podcast-Visite" beantworten Dr. med. Yorck Rommelspacher und Dr. med. André Pascal Schulte Fragen rund um Rückenschmerzen und Wirbelsäulen-Operationen. 


 

Patienteninformation_Wirbelsaeulenzentrum_Koeln_Sued.pdf
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Behandlung von verschleißbedingten Erkrankungen der Wirbelsäule

Der Schwerpunkt der Sektion Wirbelsäulenchirurgie im Krankenhaus der Augustinerinnen – Severinsklösterchen liegt in der Behandlung verschleißbedingter Erkrankungen der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Hierzu zählen der Bandscheibenvorfall, die Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose), Gleitwirbel und Instabilitäten sowie Verformungen der Wirbelsäule. Außerdem führt die Sektion Revisionseingriffe an der Wirbelsäule durch.

  • Bandscheibenvorfall an der Lenden- und Halswirbelsäule

    Die Bandscheibe besteht aus einem Gallertkern und einem Faserring, welcher diesen Kern umschließt. Im Rahmen des altersbedingten, mechanischen Verschleißes wird dieser Ring spröde und es kann zu kleinen Rissen kommen. Wenn der Druck im Bandscheibenkern zu groß wird, kann dies zum Austreten des Kerns durch den Faserring, dem sogenannten Bandscheibenvorfall, führen. 

    Drückt das Bandscheibenmaterial an der Lendenwirbelsäule (LWS) auf einen Nerv, kann es zu ausstrahlenden Schmerzen in das Bein kommen. Ist hingegen die Halswirbelsäule (HWS) betroffen, strahlt der Schmerz vorwiegend in Schulter und Arm. Betroffene leiden unter Nackenschmerzen, die häufig von muskulären Verspannungen und Kopfschmerzen begleitet werden. Je nachdem, wie stark der Druck (Kompression) auf den Nerv einwirkt, kann dies zu Einschränkungen der Nervenfunktion, zum Beispiel in Form von Taubheit und Lähmungen oder zu Einschränkungen der Kraft kommen. Im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) kann dies in seltenen Fällen auch eine chronische Schädigung des Rückenmarks (Myelopathie) hervorrufen, die sich u.a. in einer Koordinationsstörung in Armen und Beinen zeigt. Eine Veränderung des Schriftbilds, Gangunsicherheit und eine Störung der Feinmotorik sind typische Symptome.

    Das Krankheitsstadium ist ein entscheidender Faktor für die Behandlungsstrategie eines Bandscheibenvorfalls. Solange keine relevante Einschränkung der Nervenfunktion vorliegt, können die Beschwerden konservativ mithilfe von Schmerztherapie oder Physiotherapie behandelt werden. Ggfs. kommt auch eine Infiltrationstherapie in Frage, bei der entsprechende Medikamente gezielt dorthin gespritzt werden, wo der Schmerz entsteht. Sollten diese Therapiemaßnahmen keine Beschwerdelinderung erbringen oder bereits Lähmungen vorliegen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden.

    Ziel der Operation ist es, den Nerv von der Kompression zu befreien. Hierzu werden die Bandscheibenanteile, welche auf den Nerv drücken, entfernt. Über einen kleinen Schnitt in der Mitte des Rückens erhält der Operateur Zugang zur Lendenwirbelsäule. Unter Zuhilfenahme eines Mikroskops kann anschließend das in den Wirbelkanal (Spinalkanal) vorgefallen Bandscheibenmaterials (Sequesterotomie) entfernt werden. 

    Im Gegensatz zu den Operationen an der Lendenwirbelsäule werden Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule überwiegend von vorne operiert. Der Operateur entfernt die erkrankte Bandscheibe und implantiert in der Regel einen „Cage“, einen Platzhalter aus Kunststoff, Titan oder Carbon. In seltenen Fällen, zum Beispiel bei jungen Patienten ohne begleitende Verschleißerscheinungen, kann auch die Implantation eine Bandscheibenprothese in Erwägung gezogen werden. Ist der Bandscheibenvorfall noch sehr frisch und weit am Rand des Spinalkanals gelegen, kommt ggfs. auch eine Operation von hinten unter erhalt der Bandscheibe in Frage. Diese Art der OP ist jedoch nur in wenigen Fällen möglich, da eine größere Manipulation an den Nerven der Halswirbelsäule anders als an der Lendenwirbelsäule mit neurologischen Ausfällen einhergehen kann.

    Nach einer Heilungsphase von sechs bis acht Wochen ist die Halswirbelsäule wieder normal im Alltag belastbar. Bis dahin sollten Patienten auf das Tragen von schweren Gegenständen sowie auf extreme Kopfbewegungen verzichten, um zu verhindern, dass das implantierte Material einsinkt oder sich lockert. 

  • Einengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)

    Im Rahmen des altersbedingten Verschleißprozesses kommt es auch im Bereich der Wirbelsäule zu einer vermehrten Belastung. Diese kann – ähnlich der Bildung von Schwielen an den Fingern durch häufiges Arbeiten mit den Händen – zu Knochenanlagerungen an die kleinen Wirbelgelenke führen (Facettengelenksarthrose). Die kleinen Wirbelgelenke begrenzen den Wirbelkanal (Spinalkanal), in welchem die Nerven und das Rückenmark liegen. Wenn eine Vergrößerung bzw. Arthrose der kleinen Wirbelgelenke vorliegt und sich ggfs. zusätzlich dazu eine Bandscheibe vorwölbt (Bandscheibenprotrusion/ -prolaps), kann es zu einer relevanten Verengung des Wirbelkanals kommen, der als Spinalkanalstenose bezeichnet wird. 

    Betroffene leiden insbesondere im Stehen und Gehen unter starken Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen. Oft beklagen sie, dass die Beine nach einer gewissen Gehstrecke „nicht mehr nach vorne wollen“ (Claudicatio spinalis). Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Spinalkanalstenose außerdem Taubheit oder Lähmungen in den Beinen hervorrufen. Linderung der Schmerzen verschaffen sich die meisten Patienten, indem sie sich hinsetzen oder nach vorne beugen.

    Wenn konservative Therapiemaßnahmen wie Physiotherapie und Schmerztherapie keine ausreichende Beschwerdelinderung bringen oder neurologische Defizite wie Taubheit und Lähmungen voranschreiten, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Ziel dieser Operation ist die Erweiterung des Spinalkanals (Dekompression). Über einen kleinen Schnitt in der Mitte des Rückens erhält der Operateur Zugang zur Wirbelsäule. Unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskops entfernt er anschließend mit speziellen Instrumenten die Knochenanbauten an den Wirbelgelenken sowie das umgebende Weichteilgewebe von den Nervenstrukturen. Dadurch wird den Nerven ausreichend Platz verschafft. Patienten profitieren von einer deutlichen Beschwerdelinderung sowie einer Verlängerung der Gehstrecken im Alltag. 

    Nach der Wundheilung kann die Wirbelsäule wieder normal belastet werden. Eine verstärkte Belastung, z.B. durch schweres Heben, sollten Patienten zwölf Wochen nach der OP vermeiden. 

  • Gleitwirbel und Instabilitäten

    Im Laufe des Lebens kommt es aufgrund der kontinuierlichen Belastung der Wirbelsäule zu Verschleißerscheinungen (Degeneration). Ausgangspunkt hierfür ist der Verlust der ursprünglichen Elastizität der Bandscheiben, durch den es zu einer vermehrten, abnormalen Belastung der angrenzenden Strukturen (kleine Wirbelgelenke, Grund/-Deckplatten der Wirbelkörper) kommt. Diese Verschleißerscheinungen sind mit einer Arthrose der großen Gelenke wie Knie und Hüfte vergleichbar. Treten sie im Bereich der Bandscheibe auf, spricht man von einer Osteochondrose. Im Bereich der kleinen Wirbelgelenke spricht man hingegen von einer Facettengelenksarthrose. Schreitet dieser Verschleiß kontinuierlich voran, kann es durch knöcherne Anbauten, vorgefallenes Bandscheibengewebe und vergrößerten Bandstrukturen zu einer Einengung der Nerven kommen (Spinalkanalstenose).

    Neben der Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) können Verschleißerscheinungen im fortgeschrittenen Stadium auch zu Instabilitäten im Bereich der Wirbelsäule führen. Diese zeigen sich in der Bildgebung als Verlust der ursprünglichen anatomischen Position der Wirbelkörper zueinander. Wenn die Wirbel zueinander nach vorne bzw. hinten „rutschen“, spricht man von Wirbelgleiten (Spondylolisthese). Oft führt eine sogenannte Spondylolyse zu einem Gleitwirbel. Hierbei ist der hintere Teil eines Wirbels nicht knöchern mit dem vorderen Teil des Wirbels verbunden. „Verrutschen“ die Wirbel hingegen seitlich und/oder mit einer Rotation zueinander, spricht man von einer Skoliose. Typische Symptome sind starke Rückenschmerzen bei bereits kleinen Belastungen, wie zum Beispiel Stehen oder Gehen, die teilweise auch in das Gesäß oder die Beine ausstrahlen. 

    Erbringt eine konservative Therapie mit Physiotherapie, Schmerztherapie und Infiltrationstherapie keine Beschwerdelinderung, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Eine alleinige Dekompression, bei der das Gewebe, das auf den Nerv drückt, entfernt wird, reicht zur Behandlung von Instabilitäten nicht aus. Stattdessen müssen die Wirbel gegeneinander stabilisiert werden. Hierfür implantiert der Chirurg zwei Titanschrauben pro Wirbelkörper, die über Titanstäbe miteinander verbunden werden. Um eine ausreichende Versteifung und das ursprüngliche Wirbelsäulenprofil wieder herzustellen, erfolgt häufig ein Bandscheibenersatz durch sogenannte „Cages“. Üblicherweise erfolgt die Operation über einen Hautschnitt am Rücken, in seltenen Fällen kann auch ein Schnitt an der Flanke oder dem Bauch notwendig sein, um von vorne an die Wirbelkörper zu gelangen. 

    Nach der Operation sind alle normalen Bewegungsabläufe möglich. Unterstützend hierzu wird Physiotherapie verordnet. Vermehrte Belastung, wie z.B. schweres Heben, sollte zwölf Wochen nach der OP vermieden werden.

Behandlung von Osteoporose-bedingten Wirbelkörperfrakturen

Schätzungsweise 6,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Osteoporose. Hierbei handelt es sich um eine systemische Skeletterkrankung, bei welcher es zu einer Verminderung der Knochenmasse kommt. Daraus resultiert eine vergrößerte Anfälligkeit für Knochenbrüche. Insbesondere Frauen nach der Menopause sind hiervon betroffen, da es hier durch die Veränderungen im Hormonhaushalt zu einer verminderten Einlagerung von Kalzium in den Knochen kommt. Liegt eine Osteoporose vor, reichen oft kleinste Belastungen wie zum Beispiel das ruckartige Anheben eines schweren Gegenstandes oder ein Sturz aus dem Stand aus, um einen Bruch eines Wirbelkörpers zu verursachen. Betroffene leiden infolgedessen unter starken Rückenschmerzen. 

Um eine Wirbelkörper-Fraktur festzustellen, werden zunächst Röntgenbilder der betroffenen Region angefertigt. Sollte der Verdacht auf eine frische Fraktur bestehen, können weitere Untersuchungen nötig sein, um die richtige Behandlungsstrategie festzulegen. Hierzu zählen die bildgebenden Verfahren der Computertomographie (CT) sowie der Magnetresonanztherapie (MRT). Sofern keine relevante Einengung der Nervenstrukturen sowie Beeinträchtigung der Nervenfunktion in Form von Lähmungen oder Taubheitsgefühlen vorliegen, kann bei einer osteoporotischen Fraktur eine konservative Therapie eingeleitet werden.

Erbringt diese konservative Therapie jedoch keine ausreichende Schmerzreduktion, kann die Fraktur durch eine minimal-invasive Operation stabilisiert werden. Hierbei positioniert der Chirurg über einen kleinen Schnitt eine Hohlnadel im Wirbelkörper. Anschließend wird ein Ballon im Wirbelkörper so weit aufgefüllt bis die erforderliche Rekonstruktion des Wirbelkörpers erreicht ist. Schlussendlich entfernt der Chirurg den Ballon und füllt den Hohlraum des Wirbelkörpers zur Stabilisierung mit Knochenzement (Kyphoplastie). Diese Methode ermöglicht neben einer ausreichenden Stabilisierung auch eine erhebliche Schmerzreduktion. 

Bereits unmittelbar nach der Operation ist eine Mobilisation möglich. Um weitere Frakturen zu vermeiden, sollte die Osteoporose zusätzlich dazu mit einer spezifischen medikamentösen Therapie behandelt werden.