Focus-Siegel Top Regionales KrankenhausFocus Siegel nationales Krankenhaus
Rundumbetreuung für Spitzensportler: Das Severinsklösterchen kooperiert mit Olympiastützpunkt NRW/Rheinland

Dickdarm

Blinddarmentzündung | Polypen | Kolonkarzinom | Sigmadivertikulose | Therapien

Der Dickdarm (lateinisch Colon) hat eine Länge von ca. 1,2 bis 1,4 m und verbindet den Dünndarm mit dem Darmausgang. Der Dickdarm ist rahmenförmig im Bauch ausgebreitet und wird aufgeteilt in einen aufsteigenden Teil (Colon ascendens), einen queren Dickdarmteil (Colon transversum), einen linken absteigenden Anteil (Colon descendens), anschließend folgt das recht mobile Colon sigmoideum und schließlich der Übergang in den Mastdarm, das Rectum und schließlich in den Darmausgang.

Blinddarmentzündung

Der Dickdarm ist der Sitz verschiedner chirurgisch relevanter Krankheitsbilder. Dies beginnt mit dem Wurmfortsatz, der am Anfangsteil des Dickdarms sitzt und im Volkmund als Blinddarm bezeichnet wird. Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) geht also im eigentlichen Sinne vom Dickdarm aus. Die Entfernung des entzündlich veränderten Blinddarms (Appendektomie) gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen überhaupt.
Mehr oder weniger typische klinische Zeichen, Laborbefunde und Ergebnisse von weiteren Untersuchungen, wie z. B. des Ultraschalls, geben dem Chirurgen wichtige Hinweise bei der Entscheidung über eine notwendige Operation. Die Entfernung des Blinddarms kann entweder in offener Technik über einen kleinen, queren Unterbauchschnitt durchgeführt werden, alternativ kann sie auch durch eine Bauchfellspiegelung (Laparoskopie) erfolgen. Beide Verfahren haben ihre Vorteile und die Entscheidung, welches der Verfahren konkret zur Anwendung kommt hängt von vielen Einzelfaktoren, wie z. B. dem Geschlecht und Alter des Patienten, dem Ausprägungsgrad der Entzündung, der Grad der diagnostischen Sicherheit und weiteren Faktoren ab. 

Nach einer unkompliziert verlaufenden Blinddarmentfernung ist heutzutage meist nur ein Krankenhausaufenthalt von wenigen Tagen erforderlich. Die Nahrungsaufnahme und Rückkehr zu den gewohnten Tätigkeiten kann sehr rasch erfolgen.

Polypen und Kolonkarzinom

Der Dickdarm ist der Sitz von wesentlichen Tumorerkrankungen. Diese Tumore beginnen oft als gutartige Polypen, die im gesamten Dickdarm auftreten können-. Werden sie nicht erkannt und entfernt, bildet sich über längere Zeiträume aus solchen Polypen unter Umständen ein bösartiger Tumor, ein so genannten Kolonkarzinom. Dieser Zusammenhang ist der wesentliche Grund für die Empfehlung, regelmäßig Dickdarmspiegelungen durchführen zu lassen, um diese Polypen rechtzeitig zu entdecken und im harmlosem Stadium entfernen zu können oder zumindest bereits vorliegende Krebserkrankungen sehr frühzeitig, und damit mit großen Erfolgsaussichten zu entdecken. 

Ist es zur Ausbildung eines bösartigen Darmkrebses (Kolonkarzinom) gekommen, so wird in den allermeisten Fällen eine chirurgische Entfernung eines Dickdarmabschnitts zur Beseitigung des Tumors und der möglichen Tumorfolgen empfohlen werden. Unsre chirurgische Klinik verfügt über alle modernen Maßnahmen und Techniken, die in diesem Zusammenhang für die Gewährleistung optimaler Behandlungsergebnisse erforderlich sind. Insbesondere bei Tumoren im unteren Abschnitt des Dick- und Enddarmes, von genannten Rectumkarzinomen, ist eine besonders sorgfältige Operationstechnik erforderlich, um einerseits das Tumorleiden vollständig zu beseitigen und andererseits dem Patienten seine natürlichen Körperfunktionen zu erhalten. Hier geht es konkret um den Erhalt des Schließmuskels und die Vermeidung eines permanenten künstlichen Darmausgangs.

Sigmadivertikulose

Es gibt zahlreiche weitere Erkrankungen, die von chirurgischer Relevanz sein könnten und deren Aufzählung den Rahmen dieser Ausführungen sprengen würde. Erwähnt werden sollen nur entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). 

Eine sehr bedeutsame und häufige Dickdarmerkrankung ist in der heutigen Zeit jedoch die so genannte Sigmadivertikulose mit ihren Komplikationen. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, die überwiegend den unteren Dickdarmabschnitt, das Colon sigmoideum, betrifft, jedoch grundsätzlich in allen Darmabschnitten auftreten kann. Es sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die ein ähnliches Aussehen wie kleine Blinddärme haben können und gerade bei älteren Patienten zum Teil sehr zahlreich auftreten können. 

Bei manchen Patienten haben diese Ausstülpungen keinen Krankheitswert, etwa bei 1/3 der Patienten kommt es jedoch im Laufe der Zeit hier zum Teil zu sehr ausgeprägten Entzündungsreaktionen und teils erheblichen Problemen. Entzündete Divertikel können platzen und zu einer gedeckten oder freien Bauchfellentzündung führen. Wenn die Sigmadivertikulitis auch eine Erkrankung mit einem Schwerpunkt im höheren Lebensalter ab dem 6. Lebensjahrzehnt ist, so tritt sie doch auch zunehmend bei sehr jungen Patienten, zum Teil bereits im Alter von 20 oder 25 Jahren auf. Dies mag mit modernen Ernährungsgewohnheiten im Zusammenhang stehen. Gerade bei jungen Patienten verläuft die Entzündung sehr stürmisch und erfordert entsprechend konsequente Therapiemaßnahmen. 

Die Behandlung der Divertikelentzündung besteht in der Regel zunächst in der Gabe von Antibiotika und einer Entlastung des Darmes, zu einem späteren Zeitpunkt wird dann der betroffene Dickdarmabschnitt entfernt. Diese Operation kann heutzutage in vielen Fällen laparoskopisch, als mit kleinen Schnitten in der so genannten Schlüsselloch-Technik durchgeführt werden. Diese moderne Operationstechnik hilft dabei, den Eingriff für den Patienten schonend und den Krankenhausaufenthalt kurz zu gestalten. Wurden Patienten früher nach Dickdarmeingriffen zum Teil eine Woche und länger nicht über ihren Darm ernährt, so kann in modernen Konzepten unmittelbar noch am Tage der Operation die erste Nahrungszufuhr erfolgen. In Fachkreisen spricht man hier vom so genannten „Fast Trackt“ Konzept. Sollten Sie von einer solchen Erkrankung wie der Sigmadivertikulitis betroffen sein, werden wir Ihnen gerne alle damit im Zusammenhang stehenden Fragen erläutern.

Dickdarmspiegelung

Die Koloskopie (Dickdarmspiegelung) ist ebenfalls eine wichtige endoskopische Maßnahme. Sie kommt häufig als so genannte Vorsorgekoloskopie zum Einsatz, bei der Tumore des Dickdarms in möglichst frühen, noch gutartigen Studien erkannt und behandelt werden sollen. Die Vorsorgekoloskopie und die Behandlung der dabei entdeckten Darmpolypen oder Adenome werden in unserem Krankenhaus durch die Kollegen der gastroenterologischen Klinik mit hoher Expertise angeboten. 

Gegenstand der chirurgischen Koloskopie ist insbesondere die exakte Höhenlokalisation von Tumoren des Darms, hier vor allen Dingen der unteren Darmabschnitte, da die Operationsverfahren sehr genau an die Befunde angepasst werden müssen. 

Auch die Kontrolle postoperativer Befunde, z. B. von Darmnähten, kann eine wichtige Aufgabe der Dickdarmspiegelung sein. Verliert ein Patient Blut durch den Darmausgang, so wird in aller Regel eine Dickdarmspiegelung zum Einsatz kommen, um eine Blutungsquelle im Dickdarmbereich auszuschließen. Es kann verhängnisvoll sein, eine Blutung aus dem Darmausgang auf Hämorrhoiden zu schieben, ohne einen Tumor des Dickdarms mit Sicherheit ausgeschlossen zu haben. 

Auch die Dickdarmspiegelung wird am wachen, jedoch durch Narkosemittel schläfrigen Patienten durchgeführt, da eine gewisse Kooperation bei der Untersuchung erforderlich ist. Vor einer Dickdarmspiegelung muss in aller Regel eine Darmsäuberung (orthograde Darmlavage) durchgeführt werden. Hierzu trinkt der Patient eine spezielle Reinigungslösung. Hierdurch wird der Darm vollständig gesäubert und die Beurteilung der Schleimhaut wird damit erst möglich.
 

Zurück