Spezialisiertes Zentrum am Severinsklösterchen bietet qualifizierte Hilfe bei Lungenerkrankungen

Für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder einem Lungenemphysem bietet das Krankenhaus der Augustinerinnen besonders qualifizierte Behandlungsmöglichkeiten. Seit Mai gehört es zu den bundesweit zehn zertifizierten Interventionell Chirurgischen Lungenemphysemzentren (ICLEZ).

Team Interventionelles Lungenemphysemzentrum

Ein Lungenemphysem zählt zu den schweren chronischen Lungenerkrankungen und ist nicht heilbar. Es ist durch eine dauerhafte Schädigung der Lungenbläschen gekennzeichnet, häufig infolge langjähriger Belastung durch Schadstoffe, insbesondere Tabakrauch.  

In der Lunge befinden sich Millionen von Lungenbläschen (Alveolen), die traubenförmig angeordnet sind und den lebenswichtigen Austausch von Sauerstoff ermöglichen. Bei einem Lungenemphysem, das zum Beispiel durch langjähriges Rauchen verursacht wird, werden die Wände zwischen den Lungenbläschen aufgelöst. Die ursprünglich getrennten Bläschen verbinden sich zu einer funktionslosen großen Blase, in der sich die Atemluft staut, da sie nicht mehr entweichen kann. Somit bleibt nach dem Ausatmen zu viel Luft in der Lunge zurück, was zu einer Überblähung der Lunge führt und das umliegende Lungengewebe behindert. Dadurch wird der Lunge Raum und die Fähigkeit, frische Luft aufzunehmen genommen – das Atmen wird zunehmend erschwert. Langfristig schadet das nicht nur der Lunge, sondern auch anderen Organe, die nicht optimal mit Sauerstoff versorgt werden. 

Typische Beschwerden sind Husten, vermehrter Auswurf, Atemnot, ein Erschöpfungsgefühl und eine stark reduzierte körperliche Belastbarkeit. Zu den Therapieansätzen zählen neben einem konsequenten Rauchstopp körperliches Training, medikamentöse Therapien und in schweren Fällen auch operative Eingriffe. 

Das Behandlungsspektrum der Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin unter der Leitung von Chefärztin PD Dr. Urte Sommerwerck umfasst in Zusammenarbeit mit dem thoraxchirurgischen Team um Prof. Dr. Erich Stoelben neben konservativen auch chirurgische und interventionelle Verfahren zur Therapie eines Lungenemphysems. So kann geschädigtes, aufgeblähtes Lungengewebe entweder operativ entfernt oder mithilfe eines endoskopischen Verfahrens behandelt werden, bei dem gezielt Ventile eingesetzt werden, durch die Luft entweichen kann – so erhält die Lunge wieder Raum zum Atmen  

Die Zertifizierung als Interventionelles Chirurgisches Lungenemphysemzentrum nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) und der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) weist die herausragenden Kompetenzen in der Versorgung von Menschen mit Lungenemphysem in diesem hochspezialisierten Bereich nach.