Anästhesisten – Allrounder und Schutzengel

Nicht nur im Operationssaal

20190607_KH-Augustinerinnen_Pneumologie_011_R.jpg

Jeder, der sich schon einmal einer Operation in Narkose unterzogen hat, wurde dabei auch von einem Anästhesisten betreut. Knapp 22 000 Anästhesisten gibt es in Deutschland; sie bilden damit die drittgrößte Facharztgruppe.

Dennoch wissen heute manche Menschen nicht, dass es seit den 1950er Jahren einen eigenen Facharzt für Anästhesie gibt. Damit ist die Anästhesiologie ein vergleichsweise „junges“ Fach. Dennoch zählt sie zu den vielfältigsten und abwechslungsreichsten Gebieten in der Medizin. Genau genommen umfasst sie nämlich vier Säulen: 1. Anästhesie, also die Vorbereitung und Durchführung von Allgemein- und Regionalanästhesieverfahren und die anschließende Überwachung im Aufwachraum, das sogenannte perioperative Management, 2. Intensivmedizin, 3. Notfallmedizin und 4. Schmerzmedizin. Die medizinisch-praktische Grundlagenausbildung und Kompetenz in der Anästhesie ist daher dementsprechend breit gefächert.

Bereits in der Antike war die schmerzlindernde Wirkung von Mohn und anderen Heilpflanzen bei den Ägyptern, Griechen oder Römern bekannt. Die alten Ägypter besaßen bereits Kenntnisse in der Wiederbelebung z.B. nach Ertrinkungsunfällen. Mit dem 16. Oktober 1846, dem „Ether Day“, an dem die erste öffentliche Äthernarkose in den USA durchgeführt wurde, verfügt die moderne Anästhesie über ein offizielles „Geburtsdatum“.

Der Anästhesist ist ein maßgeblicher Garant für eine sichere und individuell auf den Patienten und seinen Gesundheitszustand sowie den Eingriff maßgeschneiderte Narkose und Betreuung. Wesentliche Fortschritte in operativen Fächern der vergangenen Jahrzehnte wurden durch maßgebliche Entwicklungen in der Anästhesie begleitet, und zum Teil. dadurch auch erst möglich.

Heute sind Anästhesisten als Notärzte, im Operationssaal, auf der Intensivstation und in der Schmerzmedizin tätig. Neben diesen klassisch-klinischen Tätigkeiten werden zunehmend auch Aufgaben wie das OP-Management, das heißt eine optimale Steuerung der organisatorischen Abläufe im OP von Anästhesisten ausgeübt. Sie tragen damit wesentlich zu einer optimierten Nutzung vorhandener Ressourcen zum Wohle der Patienten bei.

Zusammengefasst kann man das Fach Anästhesiologie und die Menschen, die es Tag für Tag mit Empathie und Kompetenz ausüben, nach der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wie folgt charakterisieren: Anästhesisten schaffen Sicherheit als Anästhesist im OP, handeln schnell als Notfallmediziner, helfen heilen als Intensivmediziner und geben Hoffnung als Schmerzmediziner.